Agglolac

Der Projektsieger im Agglolac Architekturwettbewerb heisst Citelac und kommt vom Architektur Büro Bauzeit. Mit dem Projekt Agglolac würde das Gelände der Expo.02 massiv umgenutzt. Anstelle von Natur und Naherholung soll nun ein weiteres Wohnquartier entstehen, welches zwangsläufig Nutzungskonflikte provozieren wird. Das Bauprojekt nimmt folglich der Bevölkerung öffentlichen Raum und Lebensqualität, statt zumindest einen grossen Teil der Fläche im Interesse der bestehenden Bevölkerung von Biel, Nidau und Umgebung zu nutzen.

Obwohl die ganze Fläche für das Projekt auf Gemeindegebiet Nidau steht, gehört ein grosser Teil davon der Gemeinde Biel. Konkret geht es um 83’000 Quadratmeter der Stadt Biel und 70’000 Quadratmeter der Gemeinde Nidau, welche für das Projekt an Mobimo verkauft werden sollen. Biel würde mit dem Verkauf jegliche Einflussnahme auf die zukünftige Entwicklung des Areals verlieren. Die eventuellen Steuereinnahmen würden vollständig an die Gemeinde Nidau gehen.

Das Projekt Agglolac hat viele Haken: Mit dem Erlös verpflichten sich die beiden Gemeinden sämtliche Altlasten zu entsorgen, die noch von der Industrie im Boden verbleiben. Auch müssen Überreste von prähistorischen Seeufersiedlungen zumindest teilweise ausgegraben und gepflegt werden, wie es der Kanton Bern vorschreibt. Und zu guter Letzt muss mit dem Ertrag die ganze Infrastruktur erstellt werden, die der Zuzug von vielen neuen EinwohnerInnen mit sich bringt. Das heisst klassische Infrastruktur wie Strassen und genügend Raum in Schulen, Kindergärten und Krippen. Von den angepeilten 110 Millionen Einnahmen durch den Landverkauf bleiben damit im publizierten Budget im besten Fall einstellige Millionenbeträge übrig, wobei darin Folgekosten wie Schulraum gar nicht erst aufgeführt werden.